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Europameisterin in Dortmund 1983

Mit schönen Erinnerungen an meine allererste Weltmeisterschaft vor drei Jahren komme ich 1983 wieder nach Dortmund. Diesmal komme ich zur Europameisterschaft in diese Stadt und werde meine erste Goldmedaille mit zurück nach Hause nehmen.

Die Europameisterschaften in Dormund

Meine bisherigen Platzierungen bei den Europameisterschaften von 14.13.5. und 2. lassen mir keine Zweifel offen, dass es jetzt Zeit ist, endlich zu siegen. Mein 2. Platz nach der Pflicht ist eine hervorragende Ausgangsposition. Das fehlerfreie Kurzprogramm gibt mir ein klein wenig Puffer, so dass ich trotz eines Sturzes in der Kür meinen ersten Europameisterschaftstitel erkämpfe. Bei meinem schwierigsten Sprung, dem Dreifachen Rittberger, falle ich hin. Trotzdem bin ich stolz, dass ich ihn riskierte.

Röcke und Knickerbocker

Während meiner gesamten Amateurkarriere wird das Kurzprogramm meine große Stärke.
7 Elemente müssen gezeigt werden und bei einem einzigen Fehler wird gnadenlos bei der Benotung abgezogen. Doch dieser enorme Druck verhilft mir immer wieder zu Höchstleistungen. Auch ist das Kurzprogramm immer eine kreative Herausforderung für meine Trainerin Frau Müller, aber auch manchmal eine provozierende. Nun laufe ich in dieser Saison ein Rondò Veneziano Medley, das unter anderem eine Mozartmelodie beinhaltet. Deshalb entschließen wir uns konsequent zu sein und ich werde “Mozart”. Trage natürlich Knickerbocker auf dem Eis. Ich überzeuge mit einem fehlerfreien Programm die Jury und gewinne. Anschließend wird jedoch heftig über meine Beinbekleidung diskutiert. Es wird tatsächlich beschlossen, dass es eine Regel geben müsse, die besagt, dass Frauen beim Eiskunstlauf Röcke tragen müssen. Mit dem gleichen Kurzprogramm wie bei der Europameisterschaft in Dortmund, laufe ich bei der Weltmeisterschaft in Helsinki einen Monat später als Mozart im Rock! Ich komme mir echt bescheuert vor.

Für einen Eiskunstläufer ist es ungemein wichtig, sich in seinen Kostümen wohl zu fühlen und das tue ich im Falle dieses Rockes nicht. Ich finde, die Knickerbocker unterstreichen viel mehr meinen darzustellenden Charakter.

In der Kür laufe ich zur Musik “Rhapsodie in Black” und trage natürlich ein schwarzes Kleid. Auch dieses, wie das Blaue von 1979, ist von Anett Pötzsch geerbt. Dieses wunderschöne Kleid wurde für sie und ihr Schaulaufprogramm “Hello Dolly” 1980 angefertigt. Sie trug es nur wenige Male. Sie hat mittlerweile ihre Eis Karriere beendet und es wäre schade gewesen, dieses Kleid nutzlos im Schrank rumliegen zu haben sagte sich damals Frau Müller und mit kleinen Änderungen wird es schwuppdiwupp meins.
Abseits der Eisfläche sorgt der traditionelle Walzer zum Abschlussbankett für Aufregung. Der Europameister Norbert Schramm aus der BRD und ich aus der DDR treten uns mehr auf die Füße, als dass wir leichtfüßig tanzen. Den Spaß, den wir beide dabei haben, sorgt für einiges Stirnrunzeln bei den Offiziellen und Funktionären.
Die Presse schnuppert schon das “neue Traumpaar”.

Copyright Katarina Witt
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