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Der Film “Carmen on Ice”

Durch meine Erfolgsgeschichte bei den Olympischen Spielen 1988 mit “Carmen” und meiner damit verbundenen Leidenschaft zum Charakter der “Carmen” und der spanischen Musik, entwickelt sich bei mir der verrückte Gedanke, daraus müsste man doch einen Eisfilm machen können und die gesamte Oper erzählen.
Durch Zufall begegne ich zum Neujahr 1988/89 einem anderen “Verrückten”.
Thomas Bürger hat an der Idee sofort einen Narren gefressen und überzeugt Bernd Eichinger davon, diesen Film zu realisieren. Ich überzeuge die damaligen DDR-Verantwortlichen und bekomme tatsächlich grünes Licht für diese unvergessliche Eis-Oper-TV-Kino-Produktion.
In der Wendezeit 1990 findet der Film seine Premiere im Kino und in den USA seinen Erfolg im TV-Sender HBO, später auch in der ARD.
Es wird an originalen Schauplätzen in und um Sevilla gedreht, Eis wird auf die Straßen gelegt und ein “Zigeunercamp” mit Sand wird vereist. Die Spanier denken, wir sind komplett durchgedreht. Das hat es in der Welt des Eiskunstlaufens und der Oper vorher noch nie gegeben.

Die beiden ehemaligen Konkurrenten auf dem Wettkampfeis und besten Eiskunstläufer seiner Zeit, Brian Boitano und Brian Orser, sind die absolute Traumbesetzung für die Rollen des Sergeanten “Don José” und des Toreros “Escamillo”. Ich spiele die Rolle der verführerischen Zigeunerin “Carmen” und genieße jede Sekunde.
Sandra Bezic, die erfolgreiche Choreografin, inszeniert gemeinsam mit Michael Seibert eine traumhafte Choreografie und der Regisseur Horanth H. Hohlfeld hält alles in dieser, für Eis ungewöhnlichen und einzigartigen Kulisse, filmisch fest.
Die Dreharbeiten gehören zu meiner schönsten Zeit als Eiskunstläuferin. Ein Abenteuer, ein Traum, der Wirklichkeit wurde. Allerdings ist es auch die anstrengendste und körperlich härteste Herausforderung, die ich jemals als Eiskunstläuferin zu bewältigen habe. Choreografien für vier Wettkampfminuten habe ich normalerweise monatelang geübt. Hier entstehen Choreografien über Nacht bzw. teilweise direkt am Set beim Drehen und es sieht aus, als wären sie monatelang geprobt. Trotzdem, die “Carmen” in der gesamten Oper darstellen zu können, ihre Geschichte als lebensfrohe, feurige, kokette und doch liebevolle und tragische Seite choreografisch und tänzerisch zeigen zu können, ist für mich als Eiskunstläuferin das wertvollste Geschenk.
Belohnt werden wir alle drei in den Vereinigten Staaten von Amerika 1990 bei der 42. jährlichen Verleihung mit den “Emmy Award” für herausragende Leistung in der Kategorie Outstanding Performance in Classical Music/Dance Programming.

Copyright Katarina Witt
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